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Daten, Daten und noch mehr Daten |
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Geschrieben von Th.Wartenberg
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Donnerstag, 03 Januar 2008 |
Daten, Daten und noch mehr Daten
Die Umsetzung einer viel diskutierten EU-Richtlinie
ist erfolgt. Vor einigen Tagen trat das Gesetz
zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer
verdeckter Ermittlungsmaßnahmen in Kraft.
Das etwas unglücklich gewählte Wort Vorratsdatenspeicherung fokussiert
die Problematik jedoch viel besser. Doch was steckt dahinter?
Eine Vielzahl von IKT-Verkehrsdaten werden verdachtsunabhängig für eine
definierte Zeit gespeichert. Die Speicherung selbst erfolgt durch jene
IKT-Unternehmen, die vom oben genannten Gesetz umfasste Dienste
anbieten. Lediglich Strafverfolgungsbehörden haben in einem zu klärendem
Umfang direkten Zugriff auf den Datenbestand. Theoretisch.
Theorie und Praxis klaffen bei diesem Thema weit auseinander.
Während ich bei einigen Kunden immer wieder auf den leichtfertigen
Umgang mit sensiblen Daten treffe, für die Problematik sensibilisiere
und wir gemeinsam Lösungen entwickeln, korrodiert der Datenschutz
natürlicher Personen mit beachtlicher Geschwindigkeit.
Was bleibt vom 1983 formulierten Grundrecht auf informationelle
Selbstbestimmung?
Natürlich ist die Vorratsdatenspeicherung nur ein Puzzleteilchen auf dem
globalen Spielplatz der Datensammler. Das Gesamtbild ist je nach
Standpunkt faszinierend, erschreckend oder verschwindet im Nebel der
Unkenntnis. So einfach?
Im letzten Jahr haben wir Untersuchungen bestätigt, wonach in jüngeren
Altersgruppen die Unkenntnis viel eher durch ein
„Daten-Selbstbewusstsein“ zu beschreiben ist. Man ist sich der
Datensammelleidenschaft und dem Datenaustausch von Firmen und Behörden
durchaus bewusst, nimmt für sich jedoch die Fähigkeit einer eigenen
Kontrolle in Anspruch. Dieser Fakt erleichtert innovative
Marketingmaßnahmen in Communities im online bzw. mobilen Bereich. Aber
ist die Annahme einer kontrollierten Abgabe von Informationen zur
eigenen Person realistisch?
Es ist klar, dass Datenschutz nur ein Baustein im Datenmanagement
personenbezogener Informationen geworden ist. Daher kann ein
Datenschutzbeauftragter die Probleme nicht lösen, sondern ihnen
gegenwärtig nur hinterher hecheln.
Der beste Datenschutz ist Datenvermeidung. Doch wir erfahren seit Jahren
das Gegenteil im täglichen Leben. Begründet wird das mit Lifestyle,
neuen Services, neuem Komfort, Einsparungen oder einfach Gefahrenabwehr.
In vielen Fällen ist das durchaus nachvollziehbar.
Die Käufe bei großen online Händlern sind über Jahre lückenlos
dokumentiert und aus diesen und weiteren Daten anderer Kunden werden
Empfehlungen für weitere Einkäufe abgeleitet. Rabattsysteme sind weit
verbreitet. Sie erlauben eine gute Zusammenführung von Daten aus
unterschiedlichen Bereichen (Namen, Bankverbindung, Orte, Einkäufe).
Briefzustellfirmen verfügen über detaillierte personenbezogene
Geoinformationen, die z.B. mit Immobilieninformationen leicht verknüpft
werden können - oder auch mit Rating-Daten zur Beurteilung der
Kreditwürdigkeit von Kunden.
Software und Geräte, wie z.B.
Autos, können zu wahren Plaudertaschen werden, wenn sie „nach Hause
telefonieren“. In vielen Fällen ist leider nicht ersichtlich, welche
Informationen zum Hersteller gelangen und was dieser damit tut.
Ärzte geben Daten zur Abrechnung oft an externe Firmen. Wissen Sie, wie
im konkreten Fall die Daten dort hingelangen und in welchem Land die
Server stehen? Kennen Sie die webbasierte Gesundheitsakte?
Suchmaschinen zählen zu den eifrigsten professionellen Sammlern von
personenbezogenen Informationen, auch wenn sie meist nicht einer
konkreten Person zugeordnet werden können. Der Schritt zur Verknüpfung
mit weltlichen Informationen ist jedoch klein. Man kann es gut bei google maps beobachten. Daneben gibt es die breit
diskutierten Communities. Sie verfügen über hochdetailierte
Informationen (Texte, Bilder, Videos) zu persönlichen Vorlieben aber
auch zu sozialen Verflechtungen der Mitglieder. Und das Netz vergisst nicht.
Das ist ein riesiger Schatz. Jeder kommerzielle Anbieter ist gezwungen,
ihn auch zu nutzen. Eingeengt wird er lediglich durch oft veraltete
Gesetze, hilflose Kontrollorgane und ethische Belange. Gerade der letzte
Punkt leidet an mangelnder gesellschaftlicher Reflexion.
Wenn solche Datenschätze existieren, wachsen auch Begehrlichkeiten bei
Dritten und es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand den Schatz hebt.
Ob das durch eine illegale Kopieraktion erfolgt oder juristische
Schachzüge den Zugriff erlauben, spielt keine Rolle. Ein Aufschrei sei
der Boulevard-Presse gestattet, eine Überraschung ist es nicht. Vom
Journalisten erwarte ich mehr.
Daten sammeln, auswerten, verdichten, neu kombinieren, interessante
Schlüsse ziehen und Produkte oder das Handeln nach den Ergebnissen
ausrichten, ist ein spannendes Thema. Es zu verteufeln hilft nicht
weiter. Es zu verstehen, schafft den nötigen Gestaltungsspielraum.
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Artikel-2010 |
Nachrichten und Förderung
Es ist ein beeindruckendes Gebäude, das Herr Bangert für Baden-Württemberg geschaffen hat.
Nachdem ich an der schweren Eingangstür vorbei war, begrüßten mich
einige junge Frauen, übergaben mir vorbereitete Unterlagen des DLM-Symposiums
und ich mischte mich unter das Publikum. Es war wie immer dominiert von
älteren Männern.
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weiter …
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